Eine Stadt, drei Lander

Чобітько В. І., Національний лігвістичний університет, м. Київ


Basel liegt in der Schweiz, hat aber drei Bahnhöfe: einen schweizerischen, einen deutschen und einen französischen. Nicht nur bei der Bahn können die Menschen aus der Region zwischen drei Ländern wählen. Auch sonst nehmen die Basler im Alltag einfach aus jedem Land das Beste, was es zu bieten hat.
 
Die Französin Agnès Bartringer braucht zu Fuß keine fünf Minuten von ihrer Haustür zum Schweizer Grenzübergang. Und wenn die 65-jährige an ihrem Wohnort im französischen Saint-Louis aufs Fahrrad steigt, ist sie in derselben Zeit an der deutschen Grenze. Diese Strecken sind in ihrem Alltag so selbstverständlich wie Arbeiten, Einkaufen oder essen gehen.
 
Agnès Bartringer arbeitet seit zehn Jahren als Serviceangestellte in Basel. An freien Abenden fährt sie gern nach Weil am Rhein in Süddeutschland und isst im Restaurant eines Freundes. Ihre Einkäufe erledigt sie je nach Lust und Angebot in einem der drei Länder, in denen sie sich bewegt. Aufs Geld achtet sie dabei nicht immer. Käse zum Beispiel wäre in Deutschland billiger als in der Schweiz. Viele Menschen, die wie Bartringer im französischen Elsass leben, kaufen regelmäßig in allen drei Ländern ein. Nach Basel fahren sie meistens an Tagen, an denen die Geschäfte in Frankreich wegen eines Feiertags geschlossen sind. Vor allem Familien achten aufs Geld — und davon haben viele nicht genug, um regelmäßig in der Schweiz einzukaufen.
 
In Basel arbeiten Tausende Grenzgänger wie Agnès Bartringer. In Restaurants auf Elsässisch bedient zu werden, ist nichts Außergewöhnliches. Auch in Lebensmittelgeschäften ist dieser Dialekt oft zu hören. Nur selten bedienen aber in französischen oder deutschen Restaurants Schweizer die Gäste. Denn die Löhne sind in der Schweiz höher. Es würde sich für die meisten Schweizer nicht lohnen, im nahen Ausland zu arbeiten.
 
Trotzdem: Die Basler nutzen die Lage ihres Wohnortes im Dreiländereck so gut wie möglich. So könnten Restaurants in Südbaden ohne die Gäste aus der Schweiz schlecht überleben. Auch notwendige Investitionen wie Winterreifen oder neue Zähne machen viele Schweizer im grenznahen Ausland.
 
Agnès Bartringer hat einen Teil ihrer Jugend in dem französischen Dorf Village Neuf — Neudorf auf Deutsch — im Elsass verbracht. Dieser Ort ist ein populäres Ausflugsziel für Basler. Die Sportlichen fahren mit dem Fahrrad dorthin, weniger Aktive kommen mit dem Auto. Für Basler sind die elsässischen Gasthöfe der Hauptgrund für einen Ausflug über die Grenze. In die Gegenrichtung reisen die Neudorfer Bauern: Mit Kleintransporten fahren sie oft mehrere Male in der Woche nach Basel und verkaufen ihr Gemüse vom Wagen aus. Das ist eine von vielen Traditionen, die Basel zu dem gemacht haben, was es heute ist: eine der multikulturellsten Städte der Schweiz.
 
Die Grenzlage ist ein Grund für die Basler Multikulti-Gesellschaft. Ein anderer ist die chemische und pharmazeutische Industrie, die in Basel so stark vertreten ist wie in wenigen Städten der Welt. Dass es mehr Ausländer gibt als in den meisten anderen Schweizer Städten, liegt aber nicht zuletzt auch an der Offenheit der Basler.
 
Diese Offenheit haben die Basler der besonderen Lage ihrer Stadt zu verdanken. Den ausländischen Touristen empfehlen sie meistens einen Ausflug zum Dreiländereck: Mitten auf dem Rhein treffen dort Deutschland, Frankreich und die Schweiz aufeinander. Und darauf sind Basler stolz. Seit drei Jahren dient die Stelle aber immer als Durchgangsweg für die Schweizer.
 
 
Aufgaben
 
  • Hier stimmt doch etwas nicht! Wenn Sie den Text gut verstanden haben, werden Sie in den folgenden Sätzen die inhaltlichen Fehler entdecken und die Sätze neu formulieren können.
1. Die Menschen aus dieser Region können nur bei der Bahn wählen.
2. Basel hat drei Bahnhöfe: einen schweizerischen, einen elsässischen und einen französischen.
3. Die Französin Agnès Bartringer braucht zu Fuß keine fünf Minuten von ihrer Arbeitsstelle zum Schweizer Grenzübergang.
4. Ihre Einkäufe erledigt Agnès Bartringer je nach Lust und Angebot nur in der Schweiz.
5. Agnès Bartringer achtet immer aufs Geld.
 
6. Es lohnt sich für die meisten Schweizer, im nahen Ausland zu arbeiten.
7. Neudorf ist als Ausflugsziel bei Baslern nicht beliebt.
8. Die Neudorfer Bauern fahren mit Kleintransporten oft mehrere Male im Monat nach Basel.
9. Die chemische und pharmazeutische Industrie ist in Basel so schwach vertreten wie in keiner anderen Stadt der Welt. 
 
Lösung: 1) aus jedem Land das Beste; 2) deutschen; 3) Haustür; 4) in einem der drei Länder; 5) nicht immer; 6) kaum; 7) populär; 8) in der Woche; 9) stark.
 
Alle Wege führen über die Grenze. In Basel dreht sich alles um die Wege in die und aus den Nachbarländern. Was bedeuten die folgenden Redewendungen mit Weg? Ordnen Sie zu!
 
 
1. auf gutem Weg sein
2. etwas in die Wege leiten
3. im Wege stehen
4. jemandem über den Weg trauen
5. etwas aus dem Weg räumen
a) verhindern, dass etwas gemacht wird
b) jemandem vertrauen
c) dafür sorgen, dass Schwierigkeiten oder Probleme gelöst werden
d) etwas vorbereiten und helfen, dass es
Realität wird
e) Fortschritte machen
 
Lösung: 1e; 2d; 3a; 4b; 5c.
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