Was ist ein Synonym?

Проданюк Н. М., СШ № 81, м. Самбір, Львівська обл.


Ein Synonym ist ein Wort, dessen Bedeutung einem anderen Wort sehr nahe steht. Es gibt in der Sprache keine ganz gleichen Wörter. In der deutschen Sprache gibt es viele Synonyme. In der Schweiz z. B. gibt es 50 Synonyme für die Blume Primel, 100 für Wacholder und 454 für Apfel.
 
Wenn wir die deutsche Sprache in der Stunde erlernen, müssen wir den Unterschied im Gebrauch der Wörter beachten. In einigen Lehrbüchern sind die Übungen vorgeschlagen, in denen die Schüler die Wörter wählen müssen. Da steht vor dem Lehrer die Aufgabe, die Bedeutungen der Wörter zu erklären, oder in welchem Fall muss man gerade dieses Wort gebrauchen.
 
Dieses Thema interessiert mich sehr, und ich hoffe, dass dieser Artikel für die anderen Deutschlehrer nützlich wird.
 
1 Also, von Anfang an. Der Schüler hat sich verspätet. Er kommt in die Klasse und bittet um Erlaubnis, seinen Platz zu nehmen. Wenn der Lehrer sagt: “Ja, setz dich”, das ist falsch. Richtig sagt man: “Nimm den Platz ein”. Aber wenn der Schüler neben seinem Stuhl steht, sagt man: “Setz dich”.
 
2 Die Wörter “schlimm” und “schlecht” sind fast gleiche Wörter. Doch das Wort “schlimm” kann noch die Bedeutung “krank” haben. Man sagt dem Kranken: “Ins Bett. Das kann schlimm werden”.
 
3 Zwei Synonyme “schwierig” und “schwer”. Es ist wirklich schwierig, beide Wörter zu unterscheiden. Schwierigkeiten sind da, damit man sie überwindet. Und wenn man eine Sache mit Lust und Liebe macht, so ist nichts zu schwer. “Schwer” ist Gegensatz von “leicht”. Ein schwieriger Mensch hat einen schweren Charakter, aber ein schwerer Mensch wiegt achtzig und mehr Kilo. Ein solcher Mensch hat oft keinen schwierigen Charakter, sondern einen guten.
 
4 Synonyme “rennen” und “laufen”. Rennen ist immer sehr schnell, viel schneller als laufen. Rennen können nur Menschen und Tiere, aber laufen auch Sachen. Eine Maschine kann nur laufen, aber nie rennen. Man sagt: “Was für ein Film läuft im Kino?” Die Erde läuft um die Sonne. Auf der Eisbahn laufen wir Schlittschuh. Die Kinder laufen um die Wette.
 
5 Die Wörter “sich beschäftigen” und “treiben”. Treiben kann man Sport oder eine Wissenschaft, z. B. Geographie, Mathematik, Physik, Sprachen. Sich beschäftigen kann man mit allem.
 
6 Die Wörter “häufig” und “oft”. “Häufig” heißt massenweise. Die Wiederholung wird als etwas Ganzes angesehen und nicht als verschiedene einzelne Fälle. “Häufig” kann als Attribut gebraucht werden, “oft” kann aber kein Attribut sein. Für «найчастіше» sagt man aber “am häufigsten”, und für «як часто, скільки разів» “wie oft”. In einem Gedicht von Goethe lesen wir: 
 
Über allen Gipfeln ist Ruh 
In allen Wipfeln spürest du 
kaum einen Hauch.
 
7 Also, die Wörter “der Gipfel”, “die Spitze”, “der Wipfel” sind Synonyme. Wir erreichen den Gipfel des Berges. Man kann den Gipfel des Ruhmes erreichen. Im Gedicht haben wir: Ruhe war über den Gipfeln der Berge, Ruhe in den Wipfeln der Bäume. Man kann auch statt “Gipfel” “Spitze” sagen. Jeder “Gipfel” und “Wipfel” hat eine Spitze. Aber die Spitze hat keinen Gipfel und keinen Wipfel. Man sagt: an der Spitze der Gruppe.
 
8 Oft fragen die Schüler, welchen Unterschied gibt es zwischen den Wörtern “Meer” und “See”. “Der See” ist — озеро und “die See” — море. Das sind Homonyme. Aber “Meer “und “See” sind Synonyme. Im Norden sagt man mehr “die See (Nordsee, Ostsee), im Süden “das Meer” (vom lateinischen mare). “Meer” ist das Gegenteil von “Land”. Darum sagt man “Kaspisches Meer”, “Asowsches Meer, “Meerenge”. “See” sagt man meistens dort, wo man nur an das Wasser denkt, z. B. “Seekrankheit”, “Seemacht”, “Seestadt”, “Seewind”.
 
9 Die Wörter “aufmachen” und “öffnen” haben fast dieselbe Bedeutung, aber “aufmachen” ist konkreter und mehr Umgangssprache. Und da gibt es noch “auftun”. “Tu den Mund auf ” heißt “Sprich!” und der Zahnarzt sagt: “Mach den Mund auf ”. “Machen “ist konkret und “tun” abstrakt. So auch “aufmachen” und “auftun”. Ähnlich “öffnen” und “eröffnen”. Man öffnet ein Fenster und eröffnet eine Sitzung.
 
10 Bei den Wörtern “lernen” und “studieren” muss man in erster Linie Rektion des Verbes beachten. Dann die lexikalische Bedeutung. “studieren” heißt an der Hochschule lernen, und “lernen” in der Schule lernen. Aber wenn jemand in der Schule irgendwelches Fach gründlich lernt, kann man das Wort “studieren” gebrauchen. Wenn man sagt “ich studiere Geschichte”, das heißt, dass er gründliche Kenntnisse in Geschichte hat.
 
11 Die Wörter “machen” und “tun”. “Machen” ist physisch und konkret und “tun” abstrakt. Wenn ich sage “ich lege die Hand auf den Kopf ”, so mache ich etwas mit der Hand und mit dem Kopf. Essen kann man nur machen. “etwas Gutes machen” — готувати смачну їжу und “etwas Gutes tun” — зробити добру справу. Wir haben: “Was machen sie da? Sie machen Beete. Der Vater macht vier Beete und die Mutter macht auch vier Beete. Zusammen machen sie acht Beete”. Und auch “Die Freunde machen eine Wandzeitung”. Beete und Wandzeitungen kann man nur machen. Und nicht tun. Aber man sagt: “Ich habe viel zu tun”.
 
12 Die Wörter “wissen” und “kennen”. “Kennen” ist transitiv (wen, was kennen) und “wissen” intransitiv. Es wird meist mit einem Nebensatz gebraucht: “Ich weiß, dass du ein Deutscher bist”. Und “wissen” wird auch mit der Präposition “von” gebraucht. Man sagt: “Ich kenne diese Geschichte”, aber “ich weiß von dieser Geschichte (davon)”.
 
14 Das Wort “Kostüm” ist ein französisches Wort und ist in Deutschland sehr gebräuchlich. Kostüme gibt es im Theater und beim Karneval kostümiert man sich.
 
15 “Anzüge” tragen Männer und Knaben. Man gebraucht dasselbe Wort auch vom Wetter: “ein Gewitter ist im Anzug” (наближається гроза).
 
12 Die Wörter “erfahren” und “erkennen” haben dieselbe Übersetzung, aber ganz verschiedene Bedeutungen. Man erkennt, was man früher kannte, und man erfährt etwas Neues. “Erfahren” verlangt die Präposition “von” oder den Nebensatz.
 
13 Das Wort “begegnen” bedeutet etwas Zufälliges, “sich treffen” kann sowohl Zufall sein, als auch Absicht. Darauf deutet die erste Bedeutung des Verbs “treffen” etwas Sicheres und hat eine aktivere Bedeutung als “begegnen”. “Das Ziel treffen”. “Wann und wo treffen wir uns?”
 
16 Auf Schritt und Tritt gebrauchen die Schüler die Wörter “gern haben”, “lieben”, “lieb haben” nicht richtig. Das Wort “lieben” hat eine tiefere Bedeutung: man liebt die besten Menschen, die Eltern, die Freunde, gute Bücher. Und das Essen oder Trinken kann man nur “gern haben”. “Schokolade habe ich gern”. “Lieb haben” steht zwischen “gern haben” und “lieben”. Kameraden hab ich lieb und Freunde liebe ich.
 
17 Wenn wir über das Thema “Kunst” sprechen, erzählen wir unbedingt über deutsche oder ukrainische “Dichter” und “Schriftsteller”. Gewöhnlich sagt man, dass der Dichter ein Mensch ist, der Gedichte schreibt, und der Schriftsteller — Prosa. Aber das Wort “Dichter” hat eine tiefere Bedeutung. Die Prosa kann poetisch sein und die Poesie prosaisch. Ein Dichter ist ein großer Schriftsteller. Tolstoj und Dickens sind Dichter, obwohl sie keine Gedichte geschrieben haben. “Schriftsteller” bezeichnet den Beruf und “der Dichter” die Berufung. Von einem Menschen, der gar nicht schreibt, kann man sagen: er ist eine dichterische Natur.
 
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Відгуки читачів

  • Людмила Лялька

    11 листопада 2013

    Насправді дуже цікава стаття. Завжди переглядаю pdf-версію тут перш ніж отримаю журнал поштою, це перший допис який затримав мене. Ця інформація актуальна і цікава будь якому вчителеві.. ніби все відоме, а хочеться перечитати..Дякую автору!